Verfasst von: eltribe | Oktober 25, 2008

Finanzkrise ! ?

OK, die Kommentare zu meinem letzten Eintrag waren wohl ziemlich eindeutig: Es interessiert alle, wie die Finanzkrise hier wahrgenommen wird.

Dazu gibt es natuerlich tausend Aspekte und Interpretationen, insofern hier nur meine persoenliche Sicht der Dinge. Ich kann auch keine Betriebsinterna verraten, also allgemein gehalten:

  • Natuerlich ist die Krise ueberall im Gespraech. Das erste Mal, dass ich hier eine wirkliche allgemeine Verunsicherung gespuert habe, war beim Zusammenbruch von Bear Stearns. Da wurde wohl allgemein klar, dass es sich zu einer grossen Krise ausweitet.
  • Die Verunsicherung ist wohl auch das groesste momentane Problem: Es wird nur noch investiert in Dinge, die sein muessen. Sonstige „nice-to-have“-Investitionen finden nicht mehr statt.
  • Viele Kommentare lauten, dass es das Silicon Valley mit am haertesten treffen wird. Das ist sicherlich insofern nicht verkehrt, als dass es hier viele Firmen gibt, die ueber Risikokapital finanziert werden. Wenn es eine Firma nicht schafft, in die schwarzen Zahlen zu kommen ist sie natuerlich schneller weg vom Fenster als sie es vor der Krise gewesen waere. Dazu auch passend der Kommentar von Sequoia Capital (eine der groessten Venture Capital Firmen): „The good times are over“. Gegenkommentar von Valleywag: „Sequoia will cull the weaklings from its portfolio, double down on the winners — and profit before anyone realizes the good times are back“. So kann man es also auch sehen. Gerade im Silicon Valley wechseln sich Boom und Krise immer schoen regelmaessig ab. Seit dem Platzen der „Internet Bubble“ gibt es ja auch kaum noch die kuenstlich komplett ueberbewerteten Internet-Klitschen, deren Marktwert nur auf Fantasie beruht.
  • Aber: Noch halten sich die Probleme hier in Grenzen. Viele Firmen haben in den letzten Tagen ihre Quartalsergebnisse veroeffentlicht und es sieht nicht so schlecht aus, wie man haette erwarten koennen. Insgesamt ist jetzt aber ein deutlicher Fokus auf Einnahmen- und Ausgabenoptimierung, was in erster Linie heisst, dass viele Unternehmen Mitarbeiter entlassen.
  • Die wirtschaftlichen Auswirkungen wirken auf mich teilweise sehr unverstaendlich: Eine Finanzkrise geht hauptsaechlich aus den USA aus, und Island ist am haertesten betroffen? Eine Krise ausgeloest durch ungedeckte Kredite in den USA und der Dollar steigt deutlich?
  • Die Hoffnung liegt bei vielen jetzt darin, dass nach der Praesidentschaftswahl das Vertrauen wieder da ist. Die Krise wird natuerlich nicht ueber Nacht vorbei sein, aber sobald jeder erstmal weiss woran er ist, wird auch die Sicherheit wieder zurueckkehren und damit irgendwann auch wieder die Wirtschaftskraft.
  • Wer generell auf dem Laufenden sein will, was sich gerade so im Silicon Valley tut, sollte haeufiger mal auf valleywag.com vorbeigucken.

OK, lange genug geschrieben. Dabei gaebe es natuerlich noch tausend mehr Sachen zu sagen und das ist auch alles nur meine persoenliche Meinung. Es kann genausogut alles komplett anders sein 😉

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Responses

  1. Gerade wenn man sich ernsthaft (!) informieren will, sollte man eben nicht Valleywag lesen. Valleywag ist das Boulevardblog des Sillicon Valley – und gerade die versuchen in Zeiten sinkender Werbeeinnahmen, die Klickzahlen hoch zu halten, koste es, was es wolle.

    Ansonsten ist der Finzanmarkt global und verstrickt, sodass jedes kleine Dominosteinchen eine Rolle spielt. Und wenn die Wirtschaft in Europa in die Knie geht – ausgeloest durch die Probleme in den USA, dann suchen fluechten viele in die Sicherheit der vermeintlich starken Waehrung: der Dollar. Aber egal, mir ist das auch zu kompliziert 😉

  2. Ich muss doch noch mal meinen Senf zu den Startups abgeben: Es gibt auch heute jede Menge ueberbewerteter Startups (man schaue sich nur Facebook oder Bebo an). Der Unterschied zur Blase 2000 ist, dass sie – zumindest auf dem Papier – einen Businessplan haben. Leider gleichen siche diese aber bei zu vielen Firmen und setzen meist nur auf eines: Werbung. Dieser Markt ist aber begrenzt und hier ist das Problem: In der Krise wie jetzt, bei dem die grossen Werbekunden, wie Autobauer etc. ihre Ausgaben drastisch reduzieren, konzentrieren sich deren Ausgaben auf die Grossen der Branche: Google, Yahoo, Platform A (AOL). Da trennt sich halt die Spreu vom Weizen viel frueher. Insofern hat Valleywag schon recht.

  3. Ja, ich behaupte auch nicht, dass ich valleywag empfehlen wuerde um Aktienentscheidungen zu treffen oder irgendetwas in der Art. Aber ich finde es einfach ganz interessant, um zu sehen, was momentan so los ist.


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