Verfasst von: eltribe | Juni 1, 2008

Wahlkampf

Hier geht es ja langsam in die heisse Phase des Wahlkampfes. Erst Obama vs Hillary und dann kurz darauf Obama vs McCain (davon ist zumindest auszugehen).

So richtig zu interessieren scheint das hier aber niemanden. Den Hauptteil meiner Informationen zu dem Thema beziehe ich von deutschen Webseiten, die ja groesstenteils Obama schon als sicheren Sieger sehen. Ganz so einfach wird das aber nicht denke ich. Mit Kerry und Bush war es bei der letzten Wahl nicht anders, da wurde von deutscher Seite auch schon Kerry als sicherer Sieger erklaert.

Wenn man nur hier von der San Francisco Bay Area ausgehen wuerde, waere Obama wohl der sichere Sieger, an Autos sieht man hier schon haeufiger mal Obama-Sticker. Fuer McCain habe ich glaube ich noch nie etwas gesehen. Aber das ist natuerlich nicht repraesentativ. Die USA sind schon ein sehr grosses und sehr unterschiedliches Land. Was hier dem Zeitgeist (uebrigens ein beliebtes Wort der Amerikaner) entspricht, muss noch lange nicht in Texas, Florida oder New York angesagt sein. Letztenendes regiert werden sie dann aber doch alle von einem Praesidenten und das stoert auch niemanden wirklich (ausser es ist ein totaler Idiot, komme ich jetzt in den Knast wenn ich Namen nenne?). Dafuer gibt es ja die relativ souveraenen Bundesstaaten. Das liberale Kalifornien, das konservative Texas und alles moegliche dazwischen.

Passend dazu auch die Nachrichten hier im Fernsehen. Es heisst ja immer, die Amerikaner wuerden sich nicht fuer den Rest der Welt interessieren, die Wahrheit ist aber eher, sie interessieren sich noch nicht einmal fuer etwas anderes als ihre Stadt.

Das liegt aber einfach daran, dass es fast nur lokale Fernsehsender gibt und die dann auch groesstenteils ueber das Sendegebiet berichten. Auch die grossen Stationen wie ABC, NBC und Fox haben jeweils lokale Nachrichtenstudios. Und da geht es dann groesstenteils um aktuelle Ereignisse in der jeweiligen Gegend. Ich glaube seit ich hier bin habe ich noch keine Nachrichten ueber irgendetwas was an der Ostkueste passiert ist, gehoert (von Vorwahlergebnissen mal abgesehen). Ueber grosse internationale Ereignisse wie in Tibet, Burma oder das Erdbeben in China wird aber schon berichtet.

Wem dieser Eintrag jetzt sehr negativ vorkam: Nicht falsch verstehen! Ich mag die USA sehr, mag auch die Amerikaner und will hier nicht „europaeisch hochnaesig“ sein. Ich versuche nur aus meiner Sicht die Unterschiede eines Lebens hier zu Deutschland zu beschreiben. Andersrum waere das natuerlich genauso moeglich.

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Responses

  1. Stimmt schon, die Local News spielen hier eine grosse Rolle, aber es gibt doch zumindest die „World News“ der grossen Sender, wenn auch in der Regel (und anders als in Deutschland) nur einmal am Tag. (Hier in Michigan um 18:30 Uhr) Einen grossen Anteil der „World News“-Sendungen machen dann aber die landesweiten U.S.-Nachrichten aus. Ich schaetze mal dass internationale Nachrichten, also richtige „World News“ nur maximal 10 Prozent dieser Sendungen ausmachen. Wer richtige internationale Nachrichten will, hoert National Public Radio (NPR) oder schaut PBS.


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