Verfasst von: eltribe | März 13, 2008

Leben im Silicon Valley

Mittlerweile wohnen wir ja seit ueber 1 Monat im Silicon Valley (oder genauer gesagt in Santa Clara) und es ist Zeit fuer eine erste Zwischenbilanz. Die Wohnung gefaellt uns weiterhin sehr gut und es gibt auch keine grossen negativen Punkte. Das Einzige, was mir manchmal auffaellt ist, dass die Orte hier keine eigene „Identitaet“ haben. Es sieht einfach ueberall gleich aus. Ob ich jetzt in Santa Clara, Campbell, Cupertino oder Sunnyvale bin macht eigentlich keinen Unterschied. Es gibt auch keine besonders schoenen Innenstaedte, das macht das Ganze etwas eintoenig. Sicherlich, San Jose ist nicht weit weg und da gibt es auch so etwas wie Nachtleben oder Sportveranstaltungen (Go Sharks Go!), aber ansonsten ist die Gegend doch eher langweilig.

Aber es gibt dafuer ja genuegend Vorteile, mitten im Silicon Valley zu wohnen, als da waeren:

  • San Francisco ist gut zu erreichen.
  • Santa Cruz, Half Moon Bay und die Straende dazwischen sind ebenfalls nur ca. 40 Minuten entfernt.
  • Wenn wir mal in die Natur wollen, sind auch diverse State Parks nicht weit (Big Basin Redwood State Park, etwas weiter aber sehr schoen: Point Lobos, etc.).
  • Der Weg zur Arbeit ist nicht weit (10 – 15 Minuten – und ja, auch nicht mehr im commute traffic).
  • An Infrastruktur ist natuerlich alles vorhanden (Supermaerkte, Restaurants, …).
  • Ach ja: Ein Auto haben wir auch mittlerweile. Einen 2006er Dodge Stratus. Ist zwar nicht unser absolutes Traumauto, aber ich denke vom Preis-Leistungsverhaeltnis nicht schlecht. Gerade die japanischen und deutschen Autos sind im Vergleich zu den Amerikanischen meiner Meinung nach hier etwas ueberteuert.

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    Responses

    1. Aehm – keine Identitaet? Du warst noch nicht wirklich in Campbell, oder Los Gatos, oder Saratoga. Auch Santan Row ist nicht weit von Dir. Natuerlich kann man das nicht mit einem historischen Altstadtkern in Deutschland vergleichen. Sollte man ja auch nicht, da es nunmal ganz andere Kulturen sind und die Staedte hier ganz anders entstanden sind.

      Glueckwunsch zum Autokauf. Wobei – wie Du ja sagst – Dodge Stratus… 😉

    2. Santana Row waren wir schon mehrmals. In Campbell arbeite ich, in Los Gatos wohnt ein Bekannter und in Saratoga waren wir zuletzt vergangenen Sonntag…

      Ist halt meine Meinung, deshalb ja auch der Blog 😉

    3. Campbell is Campbell Ave. Nicht da unten, wo Du arbeitest 😉 Los Gatos ist Santa Cruz Ave und die Strassen drumrum. Saratoga ist number 9 🙂 Da musste hin (falls Du da noch nicht warst). Wir moegen es. Und es ist um Laengen besser und europaeischer als andere typische amerikanische suburbs. Auch relativ nett ist Mountain View (Castro Str) und Sunnyvale (Murphy Ave)

    4. OK, gibt ja auch keinen Grund sich hier zu streiten 😉

      Danke fuer deine Tipps, wir werden uns einiges davon in Zukunft mal ansehen! Vielleicht koennen wir uns ja darauf einigen, dass man schon ein bisschen suchen muss, um die schoeneren Ecken zu finden. Ansonsten bleibe ich naemlich bei meiner Aussage, dass alles ziemlich eintoenig und identisch ist 😉 Damit meine ich: Dort eine Strasse mit Apartmentkomplexen, nebenan eine Strasse mit McDonalds, Taco Bell, Safeway, Citibank, …, wieder nebenan eine typische Mall und das ganze dann endlos wiederholt.

    5. Da hast du recht. Man kann sich hier leicht verlau… aeh – verfahren 😉

    6. Deine Feststellung ist subjektiv sicher richtig und wirkt auf das ungeübte Auge konform. Man darf dabei einfach die Entwicklung nicht vergessen. Ich hoffe du nimmst es mir nicht übel wenn ich etwas ausführlich kommentiere. Ich will nur helfen das zu verstehen.

      Wenn in Europa ein Dorf oder eine Stadt wächst dann geschieht das in sehr kleinen Schritten. Mal eine Hektar hier und vielleicht ein Bruchteil davon am anderen Eck. Oder wo ein altes kleines Haus stand steht nun ein neues aber grosses Haus. Da haben wir einen grossen Unterschied zu Amerika und dem Bedürfnissen nach Wachstum. Es ist vielerorts noch reichlich Platz vorhanden was in Europa nirgends mehr der Fall ist. In Amerika können locker gleich dutzende Hektaren, Quadratkilometer in einem Rutsch erschlossen werde. Erst kommt die breite Hauptstrasse hin, entlang der Strasse die Geschäfte und dahinter, sauber getrennt und quasi in der zweiten Reihe, die Wohnsiedlungen. Das nennt sich dann Suburbia! Schau dir deine Gegend einmal mit Satelliten Bildern an. Diese Gegenden sind leicht ein paar paar Quadratkilometer gross. Das ist dann so gross wie ein ganzes Dorf in Europa aber uU noch keine 10 Jahre alt. Das kann keine Identität haben und man muss mindestens 1-2 Meilen fahren um eine Veränderung feststellen zu können.

      Wer hier europäische Verhältnisse will muss in Städte gehen welche schon um 1950 riesig waren. Wie zB San Franscisco welches seit damals konstante Einwohnerzahlen hat und wo sich alte und neue Architektur mittlerweile vermischt hat.

      Ich habe mir noch die Mühe genommen für einen kleinen Vergleich. Nehmen wir nicht ganz zufällig Bonn und ein paar Fakten aus der Wiki.

      Bonn kann auf eine mehr als 2000-jährige Geschichte zurückblicken. Die Einwohnerzahlen: Um 1900 waren das 50,736 Einwohnern. 1950 gab es mehr als das doppelte 115,394, bis 1960 etwas mehr mit 140,000 und dafür bis Ende 1970 eine weitere Verdoppelung auf 275,722. Seit dem ging es gemächlich und aktuell sollten es etwa 315,000 sein. Damit liegt die Bevölkerungsdichte bei 2230 Einwohner je km². Mit anderen Worten haben wir hier eine Stadt welche kontinuierlich Haus für Haus und Einwohner um Einwohner gewachsen ist. Innert eines Jahrhunderts eine Versechsfachung, einen Boost in den 60er aber seit 30 Jahren ein sehr moderates Wachstum. Dieses Muster wird für die meisten Städten in Europa ganz ähnlich sein.

      Und nun Santa Clara. Wir nehmen dazu aber die englische Wiki. Zur Zeit in etwa 110,000 Einwohner was eine Bevölkerungsdichte von 2,149 Einwohner/km² ergibt, also fast identisch mit Bonn. Detaillierte Zahlen fand ich keine aber 1900 soll es 5,000 Einwohner gegeben haben und das blieb bis 1950 nahezu bestehen! Nach dem 2. Weltkrieg ändert sich vieles. Nicht nur eure Gegend sondern so viele Städte in Amerika sind in den letzten ca 25-50 Jahre sprichwörtlich explodiert. Etwas deutlich sieht man das in der Wiki mit den Zahlen für Santa Clara County. 1900-60,216 / 1930-145,118 / 1960-642,315 / 1990-1,497,577 und 2000 bei 1,682,585. Heute sind es wahrscheinlich 1,8 – 1,9 Millionen. Innert eines Jahrhunderts das 20-fache. Wenn ihr nicht gerade im alten Kern einer Grossstadt wohnt lebt ihr Kultur- und Architektur-mässig in einer Ecke die kaum eine Generation alt ist.

    7. Hallo Adrian,

      Danke fuer deinen Beitrag. Sehr interessant und gut recherchiert, freut mich, dass du ihn hier gepostet hast! Ich will diese Fakten auch nicht im geringsten in Frage stellen, das ist halt einer der vielen Unterschiede zu Europa. Aber dieser Blog soll unter anderem dazu dienen, den Daheimgebliebenen meine (unsere) Eindruecke dieser Gegend hier mitzuteilen.

      Dass viele der Dinge, die ich hier poste, fuer andere Auswander, wie ihr beide (Marcel und Adrian) es ja auch seid, nichts besonderes sind, liegt dann einfach in der Natur der Sache.

    8. ..ich finde SF schon langweilig…wie muss das erst in SV sein..


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